Stephanie Mach: Rückblick auf die FMBB-Weltmeisterschaft in Bovolone 2024

Botschafter · · Stephanie Mach

Stephanie Mach mit Medaille und tschechischer Flagge, neben ihr der Belgische Schäferhund Antaios
Foto: Archiv Stephanie Mach

Die FMBB-Weltmeisterschaft ist für uns Besitzer Belgischer Schäferhunde ein großes Ereignis, und die ganze Wettkampfwoche gilt in dieser Community als Fest des Sports. Die Veranstalter dieser Meisterschaft versuchen, die Wettkämpfe jedes Jahr in einem anderen Land auszurichten. Die ganze Stadt macht mit, sodass man von den Wettkämpfen weiß, und auch die Menschen aus dem Gastgeberland reisen aus verschiedenen Regionen zu diesem Ereignis an. Die diesjährige Ausgabe fand vom 26. bis 27. April 2024 in Bovolone in Italien statt.

Die FMBB-WM ist eine Art Hunde-Olympiade, zu der die besten Wettkampfteams des jeweiligen Jahres aus der ganzen Welt anreisen und in gleich mehreren Disziplinen antreten (IGP, Mondioring, Agility, Obedience, Canicross, Bikejöring, Hüten, Rettungshundearbeit …). Mit Antík bin ich schon einmal bei der FMBB-WM gestartet, das war 2022 in Griechenland, und auf einer Strecke in den Bergen haben wir uns den 1. Platz und den Weltmeistertitel erkämpft. Das war für uns eine riesige Erfahrung und eine große Freude! Im selben Jahr wurde ich dann schwanger, sodass wir 2023 nicht starten konnten, aber umso mehr habe ich mich auf unser gemeinsames Comeback in diesem Jahr gefreut.

Die Rennstrecke bei der FMBB

Bei der FMBB besteht die Strecke immer aus zwei Etappen. Die erste Etappe ist meist etwa 5 km lang und soll die Ausdauer des Teams prüfen. Am nächsten Tag wird die 2. Etappe gelaufen, die ein ausgesprochener Sprint ist: Sie misst nur 2 km und soll natürlich Explosivität und Kraft prüfen. Die Zeiten beider Tage werden zusammengezählt, und die insgesamt schnellste Zeit gewinnt.

In Italien legten die Veranstalter die ganze Strecke in einen Stadtpark, wo sie am Wasser entlangführte. Sie haben die Strecke so gewunden, dass sich wohl alle Untergründe abwechselten; sie hatte scharfe Kurven ebenso wie lange Geraden, aber man lief auch an vielen Tieren vorbei – im Park gab es Gehege mit Damhirschen, Pfauen, Enten und so weiter. Insgesamt habe ich mich beim Abgehen der Strecke sehr auf den folgenden Renntag gefreut. Ich hatte das Gefühl, dass sie Antík und mir liegt.

26. April: der erste Renntag

Der Veranstalter ließ die Starts schon ab 7 Uhr morgens laufen, was perfekt war, denn so haben wir die höheren Temperaturen vermieden, die den Hunden nicht guttun. Natürlich war ich vor dem Start höllisch nervös, aber gleichzeitig habe ich mich gefreut. Auch Ante hat sich seit dem Morgen sehr auf den Renntag gefreut.

Ante habe ich ordentlich trinken lassen, vor dem Rennen Gassi geführt und aufgewärmt. Danach bin ich selbst noch schnell eingelaufen, habe mich aufgewärmt und das Lauf-ABC gemacht, um meine Beine auf die Leistung vorzubereiten. Vor dem Start stieg die Spannung, und ich konnte es kaum erwarten, dass wir loslaufen und die Nervosität von mir abfällt.

3, 2, 1, LOS … Endlich liefen wir los, und ich konzentrierte mich nur noch darauf, die Beine wirbeln zu lassen. Nach den ersten 2 km stellte ich fest, dass wir ein Tempo von 3:10 min/km liefen, und ich wurde etwas unsicher, ob ich dieses Tempo bis zum Ende durchhalte. Also beschloss ich, etwas langsamer zu werden und eher auf Sicherheit zu laufen. Ante war zu 100 % konzentriert und zog die ganze Zeit wunderbar. Wir konnten mehrere Läufer vor uns überholen. Es blieb noch der letzte Kilometer, ich spürte, wie meine Beine brannten, und auch Ante hatte langsam genug. Trotzdem versuchte ich, ihn anzufeuern und zum Schluss noch zuzulegen. Die letzten 500 m vor dem Ziel – eine lange Gerade – und dann ist es so weit! Ein letztes Anfeuern für Ante, der noch seine letzten Kräfte in den Zug legte; auch ich versuchte, die Beine noch einmal für den Zielsprint wirbeln zu lassen, und endlich waren wir über der Ziellinie.

Mit der Leistung und dem Durchschnitt von 3:21 min/km war ich zufrieden, obwohl ich ahnte, dass ich mehr aus mir hätte herausholen können. Die Strecke maß am Ende 4,5 km, und wir schafften sie in 15:19,37 Minuten. Ante kam als einer der wenigen Hunde mit gespannter Leine ins Ziel. Eine Weile warteten wir auf die Ergebnisse, und dann erfuhr ich, dass wir nach der ersten Etappe den 2. Platz ergattert hatten! Endlich konnte ich durchatmen, und der größte Stress fiel endlich von mir ab.

Ich nahm mir vor, vor allem zu versuchen, den zweiten Platz zu halten. Am Nachmittag gingen Antík und ich noch die kurze Strecke der zweiten Etappe ab, und danach haben wir uns bis zum zweiten Renntag nur noch erholt.

27. April: der zweite Renntag

Am zweiten Tag war ich einen Tick weniger nervös. Ich wusste schon, wo wir stehen, und was Sprints angeht, habe ich sehr an uns geglaubt. Gestartet wurde jetzt in der Reihenfolge des Vortags, sodass kein Überholen mehr drohte, sondern eher eine Verfolgungsjagd.

3, 2, 1, LOS … Wir laufen los, und ich lasse die Beine sofort auf vollen Touren wirbeln, Ante gibt Vollgas. Auf 2 km hatte ich keine Angst, mich völlig zu verausgaben, und konnte es mir leisten, die ganze Strecke zu sprinten. Während des Laufs war keine Zeit, auf die Uhr zu schauen, nur konzentrieren und die Beine ständig am Maximum wirbeln lassen. Wir laufen auf die Zielgerade, und ich feuerte Ante noch einmal an, bis zu den letzten Metern alles zu geben. Am Ende konnten wir noch beschleunigen und laufen wieder als eines der wenigen Teams in vollem Zug ins Ziel. Gleich im Ziel sank ich vor Erschöpfung zu Boden, aber gleichzeitig war ich überglücklich. So glücklich, dass ich vor Rührung über unser Zusammenspiel weinte.

Ich fühlte mich wie eine Siegerin, und obwohl es beim 2. Platz blieb, schätze ich ihn wie Gold. Die 2 km liefen wir in 5:59,92 Minuten mit einem Tempo von 3:00 min/km, und auf den ersten Platz fehlten uns nur 4 s. Von der zweiten Etappe bereue ich überhaupt nichts.

Ich weiß, dass wir das Beste aus uns herausgeholt haben, und unser Weg zu dieser Leistung war wirklich hart erkämpft. Ich empfinde riesige Dankbarkeit und Demut gegenüber Ante, der schon seit mehreren Saisons immer wieder zeigt, was für ein Prachthund er ist.

Wir danken dem ganzen Team von Farm Fresh – dank euch bekommt Ante hochwertiges Futter, das ihm die nötige Energie und Kraft für jeden Lauf gibt, und wir freuen uns sehr auf die neue Saison mit euch und auf die FMBB-WM im nächsten Jahr in Portugal!

Mehr über Stephanie und Antaios auf der Seite Stephanie Mach.

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